Anforderungen an den Aus- und Umbau der Energienetze – aus der Sicht von Naturschutz, Landschafts- und Kulturlandschaftspflege
Wichtige Voraussetzungen zur Umstellung des bisherigen Energiemixes auf verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien sind durch die Politik geschaffen worden. Insbesondere Windenergieanlagen im Norden und Fotovoltaikanlagen im Süden Deutschlands produzieren inzwischen erfolgreich große Mengen an Strom, die in das Energieleitungsnetz eingespeist und zum Konsumenten transportiert werden müssen. Hierfür fehlen allerdings Kapazitäten: die Energieleitungsinfrastruktur muss dringend um- und ausgebaut werden. Seitens der Deutschen Energieagentur und der Bundesregierung liegen Vorschläge zur Transformation des Energieleitungsnetzes und der dazugehörigen Infrastruktur vor. Das 2009 in Kraft getretene Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) weist 24 beschleunigt auszubauende Höchstspannungstrassen (darunter 4 Pilotprojekte zur Erdverkabelung) aus. Das im Juli 2011 beschlossene Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) fordert eine einheitliche Bundesfachplanung für länder- und grenzüberschreitende Höchstspannungsleitungen. Eine schnelle Umsetzung scheitert jedoch aufgrund fehlender Akzeptanz der Menschen vor Ort und aufgrund des komplizierten Planungs- und Genehmigungsrechts. Der Naturschutz sollte seine Forderungen für einen natur- und umweltverträglichen Aus- und Umbau des Energienetzes und seiner Infrastruktur im Rahmen der notwendigen Strategischen Umweltverträglichkeitsprüfungen möglichst kurzfristig einbringen und auch einen Beitrag zur Akzeptanz in der Öffentlichkeit leisten.
Mit dem F+E-Vorhaben "Anforderungen des
Naturschutzes
und der
Landschaftspflege
an den
Energienetzumbau", sollen folgende Ziele erreicht werden:
- Die fachlich zu beachtenden grundsätzlichen Ansprüche von Naturschutz, Landschaftspflege und Kulturlandschaftspflege in Zusammenhang mit dem Um- und Ausbau des Energienetzes sollen zusammengestellt und gewürdigt werden.
- Es sollen ferner die Standards vorgestellt und bewertet werden, die bisher in den Planungs- und Genehmigungsprozessen in Zusammenhang mit Energieleitungen in den Bundesländern einzuhalten und zu berücksichtigen sind.
- Es sollen aus dem Vorangegangenen zusammenfassende Empfehlungen aus Sicht des Naturschutzes, der Landschaftspflege und der Kulturlandschaftspflege vorgelegt werden, deren Umsetzung im künftigen Planungs- und Genehmigungsprozess zur Beschleunigung des Energienetzum- und -ausbaus beitragen.
- Damit soll zugleich ein Beitrag im Sinne von Good Governance zur gegenseitigen Akzeptanz (Netzplaner – Netzbetreiber – Genehmigungsbehörden – Betroffene) und zur Versachlichung der Diskussion geleistet und die Kommunikation auf allen Ebenen verbessert werden.
Im Rahmen der ersten Fachtagung "Aus- und Umbau der Energienetze - aus der Sicht von Naturschutz und Kulturlandschaftspflege" am 8./ 9. März 2012 im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit",
Bonn stattfindet, wurden vor diesem Hintergrund

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- die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt und diskutiert,
- die Auswirkungen von Freileitungen und Kabeln und dazu gehörender Infrastruktur auf die Gesundheit, Natur und Umwelt sowie auf Landschaftsbild und Kulturlandschaft beschrieben,
- sich daraus ergebende Anforderungen bzw. einzuhaltende Standards des Natur- und Umweltschutzes sowie des Landschaftsbildes/der Kulturlandschaft abgeleitet und diskutiert .
- Darüber hinaus wurde beleuchtet, wie Information der Öffentlichkeit und Partizipation im Sinne von Good Governance (Netzplaner – Netzbetreiber – Genehmigungsbehörden – Betroffene) ausgestaltet sein müssen, um höhere Akzeptanz für erforderliche Ausbaumaßnahmen zu erreichen.
Das F+E-Vorhaben wird unter der Federführung des DRL zusammen mit dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) - Bundesverband für Natur- und Denkmalschutz, Landschafts- und Brauchtumspflege e. V. bearbeitet. |
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Deutscher Rat für Landespflege (DRL)
Konstantinstr. 73
53179 Bonn
www.landespflege.de |
Ansprechpartner/innen:
Prof. Dr. Werner Konold
Prof. Dr. Johann Schreiner
Angelika Wurzel
Ute Borchers |
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Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU)
Adenauerallee 68
53113 Bonn
www.bhu.de |
Ansprechpartner/in:
Dr. Inge Gotzmann
Dr. (des.) Martin Bredenbeck |
Auftraggeber des Vorhabens sind die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland:
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50Hertz Transmission GmbH
Eichenstraße 3A
12435 Berlin
www.50hertz.com |
Ansprechpartner:
Oliver Britz |
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TransnetBW GmbH
Unternehmenszentrale Stuttgart
Kriegsbergstr. 32
70174 Stuttgart
transnet-bw.de |
Ansprechpartner:
Felix Obenland |
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TenneT TSO GmbH
Bernecker Str. 70
95448 Bayreuth
www.tennettso.de |
Ansprechpartner:
Axel Schomberg |
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Amprion GmbH
Zentrale
Rheinlanddamm 24
44139 Dortmund
www.amprion.de |
Ansprechpartner:
Dirk Uther |
Die Lennart-Bernadotte-Stiftung fördert das Vorhaben

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