Die Auswirkungen erneuerbarer Energien auf Natur und Landschaft

Heft 79 der Schriftenreihe des Deutschen Rates für Landespflege (DRL):

Da der ungebremste Verbrauch fossiler Energieträger Mitverursacher des zunehmenden CO2-Gehalts in der Atmosphäre und der steigenden globalen Jahresdurchschnittstemperatur ist, stellt die Nutzung erneuerbarer Energien eine wichtige Maßnahme im Klimaschutz dar. Mit dem deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG vom April 2000) wurde ein Instrument geschaffen, um den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung zu erhöhen. Neben den Klimaschutzaspekten sollen jedoch u. a. auch die Ziele der Landespflege sowie der biologischen Vielfalt durch eine nachhaltige, naturverträgliche Energieversorgung erreicht werden.

Der Ausbau erneuerbarer Energien wirkt sich selbstverständlich auf Natur und Landschaft aus. Wenn die Gesellschaft dies akzeptieren soll, muss eine offene Diskussion über Vor- und Nachteile, Risiken und Chancen geführt werden. Darum hat sich der DRL in seinem jüngsten Heft bemüht und in seiner Stellungnahme insbesondere die Auswirkungen der erneuerbaren Energieträger Biomasse, Windenergie, Fotovoltaik und Wasserkraft untersucht und ausführlich beschrieben.

Zur verstärkten Nutzung der erneuerbaren Energien in einem sinnvollen Energiemix gibt es nach Auffassung des DRL keine Alternative. Zunächst sind allerdings alle technischen Möglichkeiten der Senkung des Energieverbrauchs und zur Steigerung der Energieeffizienz bei allen bisher genutzten Energieträgern auszunutzen, weiter zu entwickeln und anzuwenden. Generell gilt auch für die Nutzung erneuerbare Energieträger, dass diese effizient und - je nach ihren spezifischen Eigenschaften und aufgrund von umfassenden Ökobilanzen - nachhaltig genutzt werden.

Bei allen weiteren Entwicklungen und Nutzungen erneuerbarer Energien sollte die Raum- und Landesplanung eine gravierende Rolle bei der Beurteilung und Auswahl geeigneter Standorte spielen. In der Landes- und Regionalplanung der Länder wird es künftig verstärkt auf eine Regionalisierung und räumliche Differenzierung bei der Suche nach geeigneten Standorten für Biomasseerzeugung, Windkraftanlagen, Solar/Fotovoltaikanlagen und Wasserkraftanlagen ankommen, die im Einklang mit dem demografischen Wandel und seinen sozioökonomischen und ökologischen Folgen stehen muss. Voraussetzung ist, dass es der Landes- und Regionalplanung gelingt, im Rahmen ihrer Verfahren die Öffentlichkeit zu beteiligen und so letztlich eine Harmonie zwischen Zielen des Naturschutzes und der Landschaftspflege und den Zielen der Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energieträger herzustellen.

Um hier zu nachhaltigen, vertretbaren und in der Region weitgehend akzeptierten Lösungen zu kommen, ist es sinnvoll, mit den Instrumenten der Umweltkommunikation solche Prozesse zu begleiten und zu lenken. Die Landschaftsplanung nach dem Bundesnaturschutzgesetz kann hierzu den instrumentellen Rahmen bieten.

Der DRL geht in seiner Stellungnahme von der Voraussetzung aus, dass die Vorteile erneuerbarer Energien im Vergleich mit fossilen und nuklearen Energien deutlich überwiegen könnten, wenn die derzeit noch vorhandenen Gestaltungsspielräume bei ihrer Einführung konsequent im Sinne einer "Ökologisierung" der Landnutzung ausgenutzt werden. Die zahlreichen Empfehlungen des DRL können dabei allen Entscheidungsträgern im Umgang mit erneuerbaren Energien eine Hilfe sein. Die Stellungnahme wird ergänzt durch eine Reihe wissenschaftliche Beiträge von Sachverständigen zum Thema.

Das Projekt des DRL wurde vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Lennart-Bernadotte-Stiftung gefördert.

Das Heft "Auswirkungen erneuerbarer Energien auf Natur und Landschaft", herausgegeben vom Deutschen Rat für Landespflege, ist in der Schriftenreihe des Deutschen Rates für Landespflege unter der Nummer 79 mit 134 Seiten Umfang und zahlreichen farbigen Abbildungen erschienen.

letzte Aktualisierung: 12.09.2011