Der Beitrag der Waldwirtschaft zum Aufbau eines länderübergreifenden
Biotopverbundes
Heft 76 des Deutschen Rates für Landespflege
Das novellierte Bundesnaturschutzgesetz sieht den Aufbau eines
länderübergreifenden Biotopverbundes in einer Größenordnung von
mindestens 10 % der Landesfläche vor. Über die Qualitäten der
dafür erforderlichen Kern- und Verbindungsflächen besteht noch
Diskussionsbedarf. Die Waldwirtschaft muss einen Beitrag zum Aufbau
dieses Biotopverbundes leisten. Unter anderem im Nationalen Waldprogramm
ist das Bekenntnis zu nachhaltiger Bewirtschaftung des Waldes
und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt niedergelegt und es
sind Handlungsvorschläge aufgeführt.
Vor diesem Hintergrund und den Anforderungen der FFH-Richtlinie
hat der DRL am 6. und 7. November 2003 in Freiburg eine Tagung
zu oben genanntem Thema veranstaltet, deren Vorträge und Ergebnisse
jetzt zusammen mit einer Stellungnahme des DRL im aktuellen Heft
76 seiner Schriftenreihe erschienen sind.
Die wissenschaftlichen Aufsätze reichen von allgemeinen Anforderungen
an einen Biotopverbund und Möglichkeiten, die sich in der Waldwirtschaft
ergeben, sowie der Guten fachlichen Praxis in der Forstwirtschaft
über die Beiträge historisch alter und neuer junger Wälder, die
Vernetzung gewässerbegleitender Waldtypen und wildtierbiologische
Aspekte bis hin zu rechtlichen, planerischen und monetären Aspekten.
Die Kurzfassungen können Sie hier nachlesen. Der Deutsche Rat
für Landespflege stellt in seiner Stellungnahme fest, dass ein
tragfähiges Verhältnis zwischen Waldbesitz und Naturschutz unverzichtbare
Voraussetzung für die Entwicklung einer nachhaltigen naturschutzorientierten
Waldwirtschaft ist. Grundlage für einen länderübergreifenden Biotopverbund
sind nicht nur Planungen auf den verschiedenen Ebenen von Bund,
Ländern und Kommunen, die stärker auf dieses Ziel hin ausgerichtet
werden sollten, sondern auch deren Beachtung bei Infrastrukturmaßnahmen
sowie ein verbessertes Zusammenwirken mit der Waldfunktionsplanung
und Berücksichtigung der naturschutzfachlichen Vorstellungen in
der forstlichen Betriebsplanung. Mindestens die Prinzipien der
naturnahen Waldwirtschaft sind in Verbundflächen zu berücksichtigen
und Leistungen, die erheblich darüber hinausgehen (z. B. Erhaltung
historischer Waldnutzungsformen wie Mittelwald), finanziell angemessen
zu honorieren. Auch Aussagen zu Erstaufforstungen und Sukzession
in Gebieten mit geringem Waldanteil oder auf Truppenübungsplätzen
und in Bergbaufolgelandschaften werden getroffen. Von besonderer
Bedeutung ist nicht zuletzt die Umsetzung der Bekenntnisse der
Politik zur Garantie der Gemeinwohlfunktionen trotz der angestrebten
Reformen im öffentlichen Wald.
Die Veröffentlichung "Der Beitrag der Waldwirtschaft zum Aufbau
eines länderübergreifenden Biotopverbundes", herausgegeben vom
Deutschen Rat für Landespflege, ist in der Schriftenreihe des
Deutschen Rates für Landespflege als Heft 76 mit 104 Seiten und
zahlreichen Tabellen und farbigen Abbildungen im Mai 2004 erschienen
und kann zum Preis von 5,50 Euro zzgl. Mwst. und Versandkosten
beim Druck Center Meckenheim bestellt werden.
Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz
mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und
Reaktorsicherheit und durch Mittel der Lennart-Bernadotte-Stiftung.
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